Eberschützer Klippen
 

"Die Sage vom grünenden Pilgerstab"

Auf einem steil ansteigenden Bergrücken südlich vom Ort, liegen die  Eberschützer Klippen. An dieser Stelle versammeln sich alljährlich am Himmelfahrtstag die Einwohner von Eberschütz und der Umgebung um einen Gottesdienst zu feiern. Die Sage geht zurück bis in die Zeit, als die hier lebende Bevölkerung noch heidnisch war.

Bei einer ihrer Versammlungen hatte sich auch ein Fremder eingefunden. Er war als Pilger gekleidet und hielt einen großen Pilgerstab in der Hand. er begann plötzlich von Jesus zu erzählen, von Gottes Sohn, der genau an diesem Tag vor langer Zeit gen Himmel gefahren sei. Schweigend hörte die Menge aufmerksam zu. Erst als er sie wegen ihres Glaubens an ihre Götter schalt, erregte er ihren Unmut. Davon ließ er sich nicht beeindrucken, im Gegenteil:

Er rief mit lauter Stimme und dabei stieß er den Pilgerstab in die Erde:

"Das was ich Euch verkünde ist so wahr, wie dieser dürre Stab durch Gottes Allmacht Knospen und Blätter treiben wird".

Er hob die Hände, rief zu Gott und betete. Staunend sah die Versammlung plötzlich ein Wunder geschehen. Die trockene Rinde des Stabes trieb Knospen, die sich sofort öffneten und Blätter hervorbrachten.

Hiernach ließen sie sich von dem heiligen Mann taufen und schworen den alten Göttern ab.

Einen Gedenkstein mit der Sage vom grünenden Pilgerstab hat der Heimatverein Eberschütz in 1997 auf den Eberschützer Klippen aufgestellt.

Seit ewigen Zeiten findet dieser traditionelle, musikalisch umrahmte Himmelfahrtsgottesdienst mit reger Beteiligung aus vielen Orten statt. Nach einem guten Frühstück geht´s dann wieder talabwärts.

Foto: Ingrid Vossen-2004