Plattschwatzen am Äquator

 
Zum Eberschützer Plattschwatzen kamen viele Gäste

Zum vergrößern anklickenDie Begrüßung war herzlich im Dorfgemeinschaftshaus in Äwerschütte. Wenn Sie sich jetzt fragen, wo um Himmels willen dieser Ort liegt, dann willkommen im Club der Ahnungslosen, was die Eberschützer Mundart angeht. Im Diemeldorf fand am Samstag, den 10. März 2007 ein Plattschwatz-Treffen des Heimatvereins statt.


Annemarie Scherp eröffnete das gemütliche Beisammensein der mehr als 60 Besucher mit einem Mundart-Gedicht, das früher und heute gegenüber stellte. Bei Kaffee und Kuchen schwatzten Eberschützer und Gäste aus Ehringen sowie Rhoden mit Begeisterung auf Platt.


Gedichte in Mundart

 

Auch der Gastredner Gerhard Müller (Kassel), in Haueda geboren und aufgewachsen, präsentierte eigene Gedichte in Mundart und Karl Heinemann aus Rhoden tat es ihm mit seinem Vortrag "Vom Flachs zum Leinen" gleich.

"Wir befinden uns hier am Plattschwatz-Äquator. Hüben sagt man ick und drüben ich", sagte Anne Pritschens, eine der Organisatorinnen und die Vorsitzende des Heimatvereins. Dessen Mitglieder arbeiten seit mehreren Jahren gemeinsam mit dem Mundartforscher und Hobbyhistoriker Karl Heinemann an einer Mundart-Datenbank. Rund 4000 Worte sind bisher registriert und es werden ständig mehr.


An der Benrather-Linie


Eberschütz und Rhoden liegen an einer der wichtigsten SprachgrenzenZum vergrößern anklicken innerhalb Deutschlands. "Sie wird "Benrather-Linie" genannt, erklärte Heinemann. Sie sei eine imaginäre Grenze, die sich von Belgien aus über Aachen, Düsseldorf, entlang der B 251 nach Kassel und weiter bis Frankfurt (Oder) erstrecke; eine Trennlinie zwischen den niederdeutschen und den hochdeutschen Sprachunterarten.


Glücklich ist die Familie, deren "Wönnekalf" noch zu Hause lebt und zu bedauern der Clan, der mehr als einen "Bötling" in seinen Reihen hat. Die Bezeichnungen für das jüngste Kind und den schlimmen Jungen sind nur zwei Beispiele für eine Vielzahl anderer Begriffe, die Merkmal der Eberschützer Mundart und anderer entlang der gesamten Sprachgrenze sind, erklärte Anne Pritschens. Der Eumel, gegen den sie in dem Sketsch "Die Heiratsvermittlung" verwehrte, war Synonym für einen unmöglichen alter Mann.

 

Text + Fotos: Ingrid Vossen, HNA

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